Bad Oldesloe - Hameln - Bad Pyrmont

Dienstag, 02.09.2025: Bad Oldesloe - Hameln (alt 68 m); 255 km - sehr schönes Wetter 25ºC

Nachdem wir gestern und heute Vormittag alles wieder in den Kleinen eingeräumt hatten, machten wir uns kurz vor 12 Uhr auf den Weg. Erster Halt: ein Einkauf bei Aldi und Famila in Oldesloe. Danach ging es weiter Richtung Süden.

In Hameln entdeckten wir eine attraktive Altstadt und einen gut gelegenen Stellplatz (9 € / 24 Stunden) – also legten wir spontan einen Stopp ein. Müde waren wir beide, aber wir rafften uns auf und spazierten zur Weser, die nur wenige Schritte entfernt liegt. Dort gönnten wir uns einen Longdrink in der „Sumpf Blume“. Gleich nebenan liegt die „Lounge“, wohin Volker mich eigentlich führen wollte. Am Kai lag ein altes Militärschiff, das heute meist als Gastronomie dient, an diesem Abend jedoch für eine private Gesellschaft reserviert war.

Auf dem Rückweg schlenderten wir direkt am Ufer entlang und stießen dabei auf ein Mahnmal, das an die Zwangsarbeiter erinnert, die für die Firma Kaminski während des NS-Regimes arbeiten mussten. Franz Kaminski war ein Unternehmer aus Hameln, der in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem in der Rüstungsproduktion tätig war und fast 1.000 Mitarbeiter beschäftigte – etwa die Hälfte von ihnen waren Zwangsarbeiter. Am Abend übermannte uns die Müdigkeit, und wir gingen früh schlafen. 52.09634ºN, 9.35806ºE

Mittwoch, 03.09.2025: Hameln - Bad Pyrmont (alt 98 m); 50 km - sehr schönes Wetter 25ºC

Heute stand die Besichtigung der hübschen Altstadt von Hameln auf unserem Programm. Die Kreisstadt des Landkreises Hameln-Pyrmont liegt malerisch an der Weser und ist weltweit vor allem für die Sage vom Rattenfänger bekannt, die auf Ereignisse im Jahr 1284 zurückgehen soll. Kein Wunder also, dass Hameln sich offiziell „Rattenfängerstadt“ nennt und mit dieser Symbolfigur Teil der Deutschen Märchenstraße ist. Beim Bummel durch die Stadt fielen uns besonders die eleganten Herrenhäuser und die wunderschönen Fachwerkbauten ins Auge – ein wirklich eindrucksvolles Stadtbild.

Eigentlich wollten wir gegen 13 Uhr Richtung Bad Pyrmont weiterfahren. Doch unterwegs kam mir der Gedanke: „Das geht doch nicht – heute ist die Dernière des Musicals RATS um 16:30 Uhr und wir sind nicht dabei?“ Also kehrten wir kurzerhand um, zurück zu unserem Stellplatz (das Parkticket galt glücklicherweise noch bis 17:45 Uhr) und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Festplatz.

Seit der Premiere hat sich „RATS“ zu einem festen kulturellen Highlight in Hameln entwickelt. Jahr für Jahr begeistert das Musical mit seinem abwechslungsreichen Mix aus Walzer, Marsch, Balladen und sogar Rap – und das kostenlos und open-air, jeden Mittwoch um 16:30 Uhr auf der Hochzeitshaus-Terrasse  

Dort erlebten wir ein herrlich unterhaltsames Musical: witzig, liebevoll inszeniert und mit einer Mischung aus professionellen Schauspielern und Kindern aus einer örtlichen Tanzschule. Eine tolle Vorstellung, die uns sehr gefallen hat.

Anschließend fuhren wir doch noch weiter nach Bad Pyrmont und ergatterten auf dem Stellplatz einen schönen Platz. Da wir erst nach 18 Uhr angekommen sind, können wir unser Ticket allerdings erst morgen lösen. 51.97885ºN, 9.25378ºE

Rechts das Dempterhaus
Das Pluto-Schiff, ein altes Militärschiff
Das Pluto-Schiff, wo Events gefeiert werden und auch gegrillt und Brunch serviert wird
Hier haben wir noch einen Drink eingenommen
Unser Stellplatz in Hameln
Am Ufer der Weser; historische Weserbrücke in Hameln – eine eingleisige, ehemalige Eisenbahnbrücke, erbaut 1897 und heute als Baudenkmal geschützt.
Stiftsherrenhaus
Diese Waggons stehen in der Nähe von unserem Stellplatz und gehören sehr wahrscheinlich zur Franz Kaminski Waggonbau GmbH, die in Hameln ansässig ist und sich auf die Instandhaltung, Reparatur und das Service-Management von Güter- und Kesselwagen spezialisiert hat. 

  • Firma Kaminski - wichtig:

    • 1937 erhielt die Firma einen Großauftrag zur Überarbeitung von BMW-Flugzeugmotoren. Zusätzlich wurden angrenzende Fabriken gepachtet, darunter Selve-Werke und Teile der Sinram & Wendt-Fabriken. So diversifizierte sich das Unternehmen in wartungs- und kriegsrelevante Produktion.


      1944 beschäftigte das Unternehmen rund 1.000 Arbeitskräfte, etwa die Hälfte davon waren Zwangsarbeiter. Diese Menschen waren essenziell für den Betrieb, wurden jedoch unter extrem harten Bedingungen eingesetzt – teils in 12-Stunden-Schichten, mit mangelhafter Versorgung. Hameln war nicht allein: Zwangsarbeiter wurden in nahezu jedem Bereich der Region eingesetzt. In Hameln–Pyrmont kamen 671 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ums Leben.

Hameln

Rechts: das Leihhaus
Ratten-Plastersteine führen durch die Stadt
Schöne Skulptur entlang der Weser
Das Bürgerhaus (1560)
Das Hochtzeitshaus neben der Freilichtbühne
Die Freilichtbühne neben dem Hochzeitshaus
Die Ratten mit dem Rattenfänger und seiner Pfeiffe
Die "Oberrate" mit seinen Jünglingen
Choreografin und Produzentin Anke Rettkowski

Donnerstag, 04.09.2025: Bad Pyrmont (alt 98 m); 50 km - sehr schönes Wetter 25ºC

Angekommen in Bad Pyrmont ging es für uns zuerst zur Info-Stelle der Stadt, um die Übernachtungen auf dem Stellplatz zu bezahlen. Da wir am Vortag nach 18 Uhr angekommen waren und das Büro bereits geschlossen hatte, beglichen wir nun die letzte Nacht sowie die kommende. Die Kosten liegen bei 15 € pro Nacht; Strom bezahlt man separat an der Säule, Wasser kostet 0,80 € pro 100 l. Hinzu kommt die Kurtaxe: 3,40 € pro Tag für die erste Person und 2,50 € für jede weitere Person. Für unsere beiden Nächte ergab sich so ein Gesamtbetrag von 35,90 €.
Im Preis steckt aber viel mehr als nur die Stellplatzgebühr: Die Kurtaxe beinhaltet nämlich zahlreiche Extras wie freie Busfahrten innerhalb der Stadt, 1,5 Stunden im Wellenbad und sogar den Eintritt in die Hufeland-Therme.
Wir nutzten den Nachmittag, um den Kurpark zu besuchen, grillten gemütlich und fuhren später mit dem Bus noch einmal in die Stadt. Unser Weg führte uns zurück in die Trinkhalle, wo heute noch das berühmte Wasser der Hylligquelle ausgeschenkt wird – ergänzt durch weitere Heilquellen wie die Friedrichs- und die Helenenquelle.
51.979131 °N, 9.253428 °E

Bad Pyrmonter Stellplatz, sehr schöne mit viel Platz

Diese ist die Hylligquelle: Das Wasser der Hylligquelle ist kohlensäurehaltig und reich an Mineralien. 

Die hüsbsche Allee mit Statuen und Musik zum Zentrum

Das alles wurde zur Expo 2000 angelegt und ist in Top-Zustand

Viele Palmen im Kurpark


Zwei Heilwassertypen vor: Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerlinge und Natrium-Chlorid Quellen (Solequellen). Mit hat es Bauchschmerzen gegeben...

Abendessen und Drink im Schinkenkrug auf der historischen Hauptallee, Heligenangerstraße in Bad Pyrmont

Im Kurpark

Abendessen im Schinkenkrug

Freitag, 05.09.2025: Bad Pyrmont - Kitzingen (alt 98 m);  km - schönes Wetter 25ºC

Bevor wir heute nach Kitzingen losfuhren, haben wir den Tierpark besucht, der neben uns liegt und immer viel Krach von sich gegeben hat (11,50€/pax). Am Lustigsten waren die Siamangs. 

Fahrt nach Kitzingen, wo wir uns mit Elke und Rudi auf dem Stellplatz getroffen haben.




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